Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Issigau im Jahr 1869 war zunächst ein loser Zusammenschluss, ohne dass sich der Verein registrieren ließ, bzw. sich Statuten gab. Damit dürfte Issigau wohl eine der ältesten Wehren im Altlandkreis Naila besitzen. Interessant ist, dass bereits damals umfangreiches Löschmaterial vorhanden war. 63 Männer traten in die Freiwillige Feuerwehr ein, 34 gehörten der Pflihtfeuerwehr an.

Die Uniformen bestanden aus grauen Graddienströcken (Grad = Zeugweber), Helmen mit Nackenschutzleder und Gurten mit Beil und Karabinerhaken. Das Abzeichen der Pflichtfeuerwehr war ein weißblaues Band am Arm. An Löschgeräten standen zur Verfügung: eine vierrädrige nicht abprotzbare Saug- und Druckspritze, fahrbare Schlauchhaspel, zehn Feuerwehreimer aus Hanf, 12 Normalgewinde, 110 m gewöhnliche Hanfdruckschläuche mit Normalgewinde, 4 m Saugschläuche; an Steig-, Rettungs- und sonstigen Gerätschaften: eine Anstelleiter mit und drei ohne Stützstangen, zwei einholmige Hakenleitern, vier Feuerhaken, drei Trompeten, eine Hube und vier Pfeifen. Als Wasserentnahme dienten vier Brunnen im Dorf.

Auf ein Schreiben des königlichen Bezirksamtes Naila vom 22.11.1871, in dem die Gründung einer Feuerwehr verlangt wurde, antwortete die Issigauer Wehr, dass bereits ein Zusammenschluss vorhanden ist. Der 1. Vorstand war damals Bürgermeister Adam Pültz, als Kommandant fungierte Heinrich Brandler. Die Wehr war bereits in mehrere Gruppen eingeteilt und Übungen wurden regelmäßig durchgeführt. Am 26.01.1872 wurde ein Statut mit 26 Paragraphen ausgearbeitet, die für jeden bindend waren. Es lag auch eine Empfehlung vor, dem Landesverein der Bayerischen Feuerwehren beizutreten. Der Beitrag pro Mitglied betrug 1 Gulden und 30 Kreuzer. Auch für das Gesellige hatte man schon viel übrig. Der erste Fastnachtstanz wurde bereits 1872 veranstaltet.

1884 plante die Feuerwehr größere Neuanschaffungen. Auch verschiedene Ausrüstungsgegenstände der Männer mussten neu neu beschafft werden. Aber bereits damals spielte das Geld eine große Rolle. Es sollten 60 neue Helme zu 180 Mark, 30 Signalhörner zu 36 Mark und drei Leitern (7,8 m und 9 m lang) angeschafft werden. Der Kassenbestand betrug jedoch nur 51 Mark. Auf ein Bittgesuch, die restliche Summe aus dem Feuerwehrfounds zu finanzieren, wurden nur 30 Mark bewilligt. Auch die Gemeinde lehnte mit der Begründung die Bezuschussung ab, sie habe bereits insgesamt 3.000 Mark für die Feuerwehr ausgegeben. Zudem müsse sie auch den Betrag für einen neuen Schlauchwagen bereitstellen. Die Anschaffungen mussten deshalb zum größten Teil aufgeschoben werden. Am 14.10.1886 wurde Kemlas der Issigauer Feuerwehr angegliedert. Im Jahre 1886 ist der erste Einsatz der Issigauer Wehr in Oberklingensporn protokolliert. Im Juni des gleichen Jahres erhielten verschiedene Männer ein Ehrendiplom für 15 jährige Dienstzeit.

Wie schlecht das Versorgungssystem zu dieser Zeit war, zeigt ein Fall, bei dem ein Feuerwehrmann bei einer Übung am Fuß verletzt wurde. Trotz längerer Krankheit und dadurch bedingtem Arbeitsausfall wurde ihm ein Zuschuss von der Landesunterstützungskasse untersagt. Die Ablehnung wurde dadurch begründet, weil der Verletzte zu spät den Arzt aufgesucht habe. Es ist müßig zu erwähnen, dass die ärztliche Versorgung genauso schlecht war, denn, wie den Protokollen zu entnehmen ist, traf er erst nach einigen Tagen einen Arzt an. Damals wurde nach langem Schriftwechsel von Issigauer Seite sogar mit dem Auflösen der Wehr gedroht.

1888 wurde eine Sterbekasse eingeführt, der 45 Mitglieder beitraten. Am 15.12.1889 trat die Satzung des Bayer. Landesfeuerwehrverbandes in Kraft. Die eigenen, seit 1872 geltenden Statuten wurden deshalb hinfällig. Die Wehr wurde nun in ordentliche und Ehrenmitglieder eingeteilt. Die Abgabe für passive Mitglieder betrug 5 Mark.

Im Jahre 1890 musste die Kleidung der Feuerwehrleute erneuert werden. Die Mützen kauften sich die Männer selbst, während 50 neue Joppen 400 Mark kosteten. Da ein größerer Zuschuss wiederum versagt wurde, mussten 200 Mark zu einem Zinssatz von 4% aufgenommen werden.

Am 25.10.1894 wurde die Wehr zu einem Scheunenbrand beim Bürgermeister und Vorstand August Hofmann gerufen. Es kam wiederum zur Verletzung eines Feuerwehrmannes. Er erheilt für 5-tägige Arbeitsunfähigkeit 10 Mark, für 15-tägige Arbeitsbeschränktheit 15 Mark und für Arzt- und Apothekenkosten je 2,50 Mark. In diesem Jahr ehrte man 22 Mitgleider für 25 jährige Dienstzeit. Dabei legte man abermals als Gründungsjahr 1869 fest.

Bis zu ihrem Tode hielten der Vorstand und Bürgermeister August Hofmann und der als Kommsndant und Adjudant tätige Adam Münch der Wehr die Treue . Münch starb nach 28 jähriger Dienstzeit im Jahre 1903, Hofmann nach 20 jähriger Dienstzeit 1904. Den Protokollen zu Folge passierte in den Jahren 1904 bis 1913 nicht viel in der hiesigen Wehr. Von 1914 bis 1923 wurden keinerlei Aufzeichnungen gemacht. Daran war wohl hauptsächlich der 1. Weltkrieg mit seinen katastrophalen Auswirkungen schuld. Alle wehrpflichtigen Männer waren im Kriegseinsatz. 1924 konnte wieder eine schlagkräftige Truppe aufgestellt werden. Zu dieser Zeit wurden auch die Strafgelder eingeführt. Wer die Zahlung verweigerte, wurde der Pflichtfeuerwehr zugeteilt. Obwohl die Geldmittel recht rar waren, konnten verschiedene Neuanschaffungen getätigt werden. 1927 und 1928 wurden eine Schlauchwartungsanlage, Joppen und eine Dachleiter angeschafft, sowie Licht am Spritzenhaus installiert. Es scheint so, als ob es früher in Issigau besonders gerne bei den Bürgermeistern brannte. Nachdem bereits 1894 ein Brand bei Bürgermeister August Hofmann ausgebrochen war, wurde 1929 die Wehr zu einem Scheunenbrand zu Bürgermeister und Vorstand Johann Rank gerufen. Hier wurde zum ersten Mal der Innenangriff des Feuers erfolgreich erprobt. Die Wehr betrug in diesem Jahre, die bis heute unvorstellbare Stärke von 160 Mann. Anläßlich verschiedener Auszeichnungen wurde der langjährige Vorstand Johann Rank zum Ehrenvorstand ernannt.

Bereits 1932 versuchte man politische Einflüsse in die Wehr hineinzutragen. Einstimmig beschloss man, eine neutrale Einstellung zu bewahren. Nach der Machtübernahme der NSDAP wurde der Druck von außen immer stärker. Ab 1934 mussten alle Veranstaltungen mit der SA abgestimmt werden. 1936 unterstellte man die Wehr der Ortspolizei. 1939 wurde die Feuerwehr zum Hilfspolizeitrupp ernannt. Es versteht sich von selbst, dass die Wehr zu dieser Zeit von den Nationalsozialisten zu Propagandazwecken missbraucht wurde. Zu erwähnen ist in dieser Zeit ein Einsatz bei einem Brand in der Reitzensteiner Mühle.

Und wiederrum brach ein furchtbarer Krieg aus, sodass nach dem schrecklichen Ende mit einem Neubau begonnen werden musste. Trotz des trostlosen Zustandes hatte sich die Wehr schnell wieder proviliert. Man legte fest, dass alle Männer zwischen dem 18. und 45. Lebensjahr wehrpflichtig sind. Anfang der fünfziger Jahre begann man bereits wieder mit dem Anschaffen von neuem Schlauchmaterial. 1955 feierte die hiesige Feuerwehr ihr 85 jähriges Bestehen, verbunden mit dem Kreisfeuerwehrtag. Das Fest war ein voller Erfolg. Um die Spritze transortieren zu können, wurde im gleichen Jahr ein alter einachsiger Wehrmachtsanhänger zu diesem Zweck umgebaut.

Ständig spielte die Kameradschaft eine große Rolle. Neben Kameradschaftsabenden konnten auch Tnazveranstaltungen und Theaterabende durchgeführt werden.

Unter Mithilfe der Feuerwehrmänner wurde 1960 ein altes Lastauto zu einem Feuerwehrauto umfunktioniert. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 2.600,- DM. Um bei festlichen Anlässen einheitlich auftreten zu können, kauften sich die Männer Ausgehanzüge. Aber auch diie Ernstfälle bleiben nicht aus. So war die Wehr in Carlsgrün bei verschiedenen Waldbränden, bei einem Zimmerbrand im Schloss und bei einer Wasserkatastrophe im Einsatz.

1964 wurde eine neue Spritze und 300 m Schaluchmaterial angeschafft. Im folgenden Jahr feierte man das 95 jährige Bestehen. 1966 ging für die Wehr ein langersehnter Wunsch in Erfüllung. Sie erhielt ein Feuerlöschauto der Type LF 8/TS mit Magirus-Aufbau. An der Fahrzeugfront ist eine Vorbaupumpe angebaut, die 800 l Wasser in der Minute fördert. In dem Fahrzeug ist für eine Gruppe von acht Personen und für den Fahrer Platz. Durch den Kauf des Fahrzeuges wurde der Einsatz schneller und erfolgversprechender.

Am 02.11.1970 konnte das neue Feuerwehrhaus eingeweiht werden. Alle Geräte und das Löschauto sind darin untergebracht. Auch ein moderner Unterrichtsraum wurde geschaffen. Auf dem Dach ist eine Sirene installiert. Somit konnte die Alarmierung durch das Martinshorn aufgegeben werden. Die Issigauer können ruhig und gelassen der Zukunft entgegensehen. Der Wehr stehen drei Gruppen zur Verfügung, die alle über einen ausgezeichneten Leistungsstand verfügen. Durch die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde konnten die nötigen Löschgeräte angeschafft werden.

Zu diesem Optimismus trägt auch die im Jahr 1972 ins Leben gerufene Jugendgruppe bei. Sie zählt zu den ersten im Altlandkreis Naila. Der Wunsch aller Feuerwehrmänner ist es, dass ihre Opferbereitschaft von der Bevölkerung anerkannt wird. Nicht selten riskieren sie Gesundheit und Leben für den Nächsten.

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Feuerwehr Issigau

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